• Ursula Fischer

Das Nothilferegime ist beschämend

Tsering Dolmatsang ist eine mutige Frau, sie zeigt ihr Gesicht. Viele Menschen aus Tibet fürchten sich vor Chinas langem Arm in der Schweiz, sie hören von Überwachungsmechanismen, deren sich das autoritäre Regime in Peking bedient, und haben Angst, durch öffentliches Auftreten in Tibet lebende Angehörige in Gefahr zu bringen.


Die junge Tibeterin steht hin mit der grossen Hoffnung, durch ihr Hervortreten eine unhaltbare Situation zu verändern. Eine Rückkehr in ihre Heimat ist unmöglich, sie ist heimat und staatenlos, andere Länder sind nicht bereit, sie aufzunehmen oder ihr ein sicheres Leben zu garantieren. Das sogenannte Nothilferegime ist beschämend und willkürlich für die Betroffenen und eines zivilisierten Landes wie der Schweiz unwürdig. Ein einfaches Papier, das den Aufenthalt regelt, entscheidet über Sein oder Nichtsein. Welchen Sinn hat es, Menschen, die gut integriert und sprachgewandt sind, jahrelang in Nothilfelager zu stecken? Ein freies und unabhängiges Leben führen und an der Gesellschaft teilhaben und mitwirken ist nur mit Zugang zu Arbeit und Bildung möglich. Menschenwürdige Auswege aus der Nothilfe zu finden, ist eine dringende Aufgabe der Behörden und der Politik.




Artikel im Der Bund vom 17. Januar 2020 hier lesen

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