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"Es geht gut..."

Kurzbericht von Ursula Fischer 6.März 2024 aus dem Rückkehrzentrum Enggistein


"Hallo Ursula", freundlich werde ich begrüsst vom Familienvater bei meinem heutigen Besuch im Rückkehrzentrum.

"Guten Morgen, wie geht es Euch?", grüsse ich zurück.

Im Eingang stehen Frauen, sie wirken müde, sie tragen eine Last, sichtbar, wieviel grösser muss die Unsichtbare sein.

"Es geht gut", ist die Antwort.

Heute morgen früh wurde eine weitere Familie von zahlreichen Polizeikräften geholt, weggeschafft, deportiert.

"Es geht nicht gut", sage ich, eine Mutter nickt und schaut zur Seite. Später sitzen wir zusammen am runden Tisch, wir kommunizieren in verschiedenen Sprachen, mit Gesten, mit Übersetzung, starke Gefühle, Stimmungen, Angst und Sorgen verstehen sich auch ohne Worte.


Es gibt wenig Erklärung, nach geltendem Gesetz ist es rechtmässig, wenn eine stark belastete Familie mit drei psychisch verletzten Kindern in ein Land transportiert wird, das ihnen keine Heimat und keinen Schutz zu bieten hat.


Diese Situation auszuhalten, fällt uns allen zunehmend schwer, den Mitbewohnerinnen, den Besuchenden. Selbst dem Team am Schalter scheint es zuzusetzen, die Tatsache, dass die Menschen kommen und gehen, verschwinden, ungeachtet der zarten Verbindungsfäden, die sich soeben verwoben haben.


U. Fischer

ag-nothilfe





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